Blitzlichter 2

Vertraut, faszinierend, irritierend

Ab Zambias Hauptstadt Lusaka südwärts treten plötzlich richtig große Shopping Malls auf. Diese begleiten uns seither. Wie ich nach längerer Abstinenz, in den heimischen Bergen oder dem fernen Afrika, doch stets freudig-erwartungsvoll in solch einen Komplex wandere und wieder einmal die ganze Palette an Käuflichem vor meinen Augen vorbei ziehen lasse... Und eine Stunde später ernüchternd feststellen muss, dass ich mich gar nicht wirklich zurecht finde in dieser Fülle von Angeboten, kaum entscheiden kann und mich das Ganze eher abschreckt als zum Kaufen animiert. Das Einkaufserlebnis an den kleinen Marktständen hingegen hinterlässt praktisch immer eine positive Erinnerung, die kurzen Interaktionen mit den Verkäufern sind wertvoll, amüsant, persönlich. 

In Malawi wird mir bewusst, was eine Dusche mit Brause ja eigentlich ausmacht. Sie befördert Wasser zielgerichtet auf mich. In Kenia und Tansania wäre vielleicht das Hausieren mit Essigreinigern eine Marktlücke? Inklusive Demonstration seiner Anwendung und Erwähnung der Häufigkeit selbstverständlich.

Ab Botswana erhalten wir auf Campingplätzen zugeteilte Nummern!!! Es existieren Pläne des Geländes!

Ab Botswana können Grenzübertritte wieder eine Sache von Minuten sein, diskret und ruhig ablaufen, ohne Begleitung vieler guten "friends", "brothers"....

Die Kinder: "Mama, da gibts Strassenlampen! Kehrichtabfuhr! Rasenmäher! Waschmaschine!" Solches war in den letzten Tagen ab und zu aus den hinteren Reihen zu hören.

Ab Botswana und verstärkt nun in Südafrika werden wir sanft, zeitweise zwar auch etwas abrupter, wieder an die westliche Lebensweise heran geführt. 
In Südafrika erleben wir zwei Parallelwelten. Einerseits sind da die riesigen, unbebauten Flächen der weißen Farmer und die rausgeputzten Quartiere einer Ortschaft, die vorwiegend von weißen Südafrikanern bewohnt werden. Andererseits fahren wir durch schmutzigere, dichter besiedelte Gebiete, wo ausschließlich Schwarzafrikaner in kleinen Häuschen leben und wo sich das Leben mehr draußen und auf der Straße abzuspielen scheint. Wo das Leben demjenigen der Menschen in Tansania mehr ähnelt als jenem der weißen Mitbürger. Wir hören Weiße über Schwarze sprechen, spüren Spannungen, Ängste. Wir sehen tagtäglich ganz viele Zäune. Dahinter wunderschöne Landschaften. Wir haben mit vielen freundlichen weißen und freundlichen schwarzen Menschen zu tun. Viele Fragezeichen begleiten uns durch Südafrika. 

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Kommentare: 1
  • #1

    Seematter's Saxeten (Mittwoch, 08 Februar 2017 01:07)

    Guten Tag Simon, Mena Levi, Sarah und Christoph

    Einfach nur dankbar für die vielen Eindrücke an welchen wir teilhaben dürfen.
    Geniesst euer "Finale" und kehrt gesund und munter zurück in die Schweiz......
    wir vermissen euch!!!

    Grüessli aus Saxeten, Simon, Jonas, Mädi und Dani