Mitternachtsdinner

Mama Agnes

Ganz kribbelig vor lauter Vorfreude sitzen wir im Landrover und los gehts, Richtung Tansania, mit einem Abstecher in die Berge der Kambas. 
Nachmittags, genug für den ersten Tag auf vier Rädern. Wir halten Ausschau nach einem Übernachtungsplatz. Ein ebener Platz mit wunderschöner Aussicht wirkt einladend, wir fragen beim nah gelegenen Haus ein paar Junge. Die Hausherrin ist auf dem Feld, so werden wir spontan und unkompliziert zu jemand anderem geleitet. Inmitten von kleinen Lehmhüttchen steht unser Gefährt. Herzlicher Empfang, viele neugierige Kinder. Wir spielen alle zusammen Ball, lassen die stolze Bäuerin uns ihre Bepflanzungen erklären, that maize was planted three weeks ago, that one a week later, you see the difference,... Wir können aushandeln, dass sie zwar für uns kochen darf, wir aber ebenfalls etwas für sie kochen würden, Teilete schwebt uns vor. Wir fühlen uns wohl. 
Plötzlich kommt eine andere Frau, Mama Agnes dazu, die Herrin des ursprünglich von uns angepeilten Hauses. Wir werden abgeworben, sollen bei ihr schlafen. 
Znacht wird angekündigt. Güggel muss aber noch geschlachtet werden. Statt zartes Huhn wie von ihr befohlen erwischt der Arbeiter einen alten zähen Hahn, will nicht weich werden. Kinder schlafen vor dem Fernseher ein. Essen ist um 23.30 Uhr bereit. Mama Agnes findet, Kinder müssten aufgeweckt und gefüttert werden. Ohne Znacht ins Bett gehe nicht. Wir verneinen. Aus Dachzelt wird leider nichts. Schlafen in ihrem Haus ist absolutes Muss als Gast. Mama Agnes möchte unbedingt langfristige Beziehungen zu Europäern knüpfen, so kommts aus den Gesprächen mit ihr hervor. Wir fühlen uns erst wieder in Freiheit, als wir am nächsten Morgen durch ihr Tor fahren. Eine eindrückliche Erfahrung wars trotzdem und Mama Agnes läuft seither wohl stolz mit ihrem Oberaarjochhütte-T-shirt durch die Berge der Kambas.

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