Was hat sich verändert

Kenia - Land und Leute 15 Jahre später

Seit15 Jahren hat sich einiges verändert, anderes aber gar nicht. Internet gibts häufig schnelleres als bei uns zuhause und fast überall, gratis. Im Bus, im Restaurant, in den Unterkünften. Die Slums sind wohl gewachsen, die Abfallberge auch, die Schere von Arm und Reich grösser geworden.

Die Kinder und Christoph arrangieren sich gut. Christoph ist erstaunt, wie chaotisch es hier sein kann, wie wenig Weisse man auf der Strasse sieht (während drei Stunden am Sonntag in Nairobi kein Mzungu gesehen), wie gross die Armut sein kann (vom Zug aus gesehen), wie schlecht normale Strassen sein können (z. B. im Reichenviertel Karen, wo wir in Nairobi logierten), wie gut Ugali von Hand gegessen sein kann (bei der Schwester eines Freundes von mir eingeladen), wie modern und doch rückständig Kenya sich präsentiert.

Ich fühle mich zuhause. Es ist ein bisschen, wie wenn ich nie weg gewesen wäre. Das Basis-Kiswahili läuft wieder wie geschmiert, ich schätze die Gespräche mit den Einheimischen, ihre Geschichten sehr, viele Erinnerungen sind wieder da. Ich lese kenyanische Zeitung und versuche mich uptodate zu bringen mit dem, was drückt in der Gesellschaft. Insgeheim bin ich sehr froh und dankbar, dass unser Auto etwas mehr Zeit für seine Anreise braucht, so dass wir näher am kenyanischen Leben dran sein können. Gewisse Aspekte beim Reisen in Kenya sind mir neu, da ich erstmals mit meinen Kindern reise. Wenn Simon in der Kindertrage einschläft und der Kopf etwas schief hängt, merken wir dies sofort an den Reaktionen der Menschen. Sie wollen ihn stützen und geben uns zu bemerken, dass dies nicht gut sei für ihn. Ebenfalls sehe ich erstmals den Sinn der fliegenden Bonbon-Händlern an den Busstationen ein. Wenn unsere Kinder zum wiederholten Mal fragen, wann wir denn losfahren würden und ich sage, wenn der Bus voll sei, da werde ich freundlich daraufhin gewiesen, dass ich meinen Kindern doch Sweets kaufen müsse. Deshalb sind kenyanische Kinder auf den stundenlangen Reisen immer so diszipliniert und ruhig. Bei uns gibts einfach Bananen und erstaunlicherweise noch ohne Verstopfung.

Ich freu mich sehr auf die Tage in Nyanza-Provinz im Westen, bei meinen Leuten. Zwei Tagesreisen trennen uns von dort. Es wurde mir schon ein Fest angekündigt, für mich und meine Familie.

Und dann wird wohl irgendwann unser Auto abholbereit sein und wir reisen mit unserem Haus weiter nach Tansania.

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